Es dreht sich alles

Es gibt Momente im Leben, in denen man sich fragt, wieso etwas genau so und nicht anders geschieht. Man versucht einen Grund zu finden, wieso das ausgerechnet jetzt passiert und „warum immer ich“ – aber man findet nur selten etwas, meist dreht sich alles nur im Kopf und das Gedankenkarussel läuft und läuft und „Wer hat noch nicht, wer will nochmal?“

Die Gedanken um eine Lösung der Probleme, egal welcher Natur, huschen mal hierhin, mal dorthin. Immer auf der Suche nach ETWAS, aber was wollen sie einem nicht erzählen, die Gedanken behalten es für sich.

Gestern noch war man sich so sicher, dass man richtig entschieden hat, heute zweifelt man wieder daran, und morgen dreht sich alles im Kreis, während man übermorgen schon alles wieder über den Haufen wirft. Ich denke, es ist für manche leichter, konsequente Entscheidungen zu treffen und diese dann auch durchzuziehen, für manche hingegen bleibt die Frage, ob es richtig war und das ungute Gefühl, sich immer falsch zu entscheiden, egal, wie man es tut.

Meiner Meinung nach gehöre ich eindeutig zu letzterer Kategorie, dauerhaft zweifelnd, ob das nun die richtige Entscheidung war oder nicht, niemals zufrieden, immer Gedanken die im Kreis laufen und einfach nicht die Fresse halten wollen.

Im Gegensatz dazu stehen Menschen, die ich kenne und schätze, die eine Entscheidung, die schwer wiegt, gut durchdacht haben und diese dann auch konsequent durchziehen. Den Mut muss man erstmal haben. Selbst dann, wenn man selbst diese Entscheidung missbilligt, weil sie auch anderen Schaden zufügt, wissentlich oder unwissentlich. Die Frage die sich hiernach stellt ist, ob es nicht viel mutiger wäre, eine Entscheidung zu revidieren, das Gedankenkarussel wieder anzuschmeißen, aber im Gegenzug andere Menschen zu entlasten.

Entscheidungen, egal welcher Art, betreffen nie immer nur uns. Sie sind wie ein kleiner Kieselstein, welcher in einen großen See fällt: ein kleiner Einschlag zieht immer weitere und größere Kreise, jedoch vom Stein unbemerkt, denn er sinkt derweil zum Grund des Sees und sieht seine Auswirkungen schon gar nicht mehr.


Wie genau kann man mit diesem Wissen also Entscheidungen treffen, mit denen man auch leben kann? Und ist es nicht eigentlich feige und egoistisch, eine Entscheidung zu treffen, ohne sich zu fragen, welche Auswirkungen dies auf die eigene Umwelt hat? Natürlich ist es der einfache Weg, aber der einfachste Weg ist seltenst der richtige.

„Soon we must all face the choice of what is right and what is easy.“

(Albus Dumbledore)

Ich, für meinen Teil, werde noch ein paar Runden auf dem Gedankenkarussel drehen, bevor ich mich festlege. Die Runden sind lang, man sitzt alleine im Karussel und die Welt zieht in bunten Farben an einem vorbei, in einem einzigen Rausch. Die Stimme aus dem Off ruft noch einmal zur letzten Runde, ein paar Mark hat man noch übrig, die Fahrt setzt an. Denn egal, wie man sich letzten Endes entscheidet: vielleicht kommt ja doch noch jemand, der ein wenig übrig hat und sich dazu setzt, und die Runden im Gedankenkarussel mit einem zusammen dreht.

Auf das man eine Entscheidung nicht mehr alleine treffen muss.

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