Abschluss und seltsame Folgen

Was kommt eigentlich nach dem Abschluss? Dieser Frage stelle ich mich heute – das verquirlte Ergebnis meiner aktuellen Lebenslage könnt ihr unten lesen. 


Im Leben stellen wir uns oft die Frage, was nach dem Tod kommt – kommt überhaupt etwas, kommt da ein bisschen was, oder vielleicht doch Reinkarnation? Viel zu selten stellt man sich als Azubi aber die Frage, was nach dem Abschluss kommt. Ich für meinen Teil war bis kurz vor Schluss der festen Überzeugung übernommen zu werden. Und kurz vor Schluss meine ich auch so – bis 2 Wochen vor meiner Abschlussprüfung überlegte ich nicht groß, was ich danach machen sollte, denn ich würde ja übernommen. 

Soweit meine Zukunftsplanung. Natürlich kommt erstens immer alles anders und zweitens als man denkt. Demnach hieß es für mich mit Bestehen der Prüfung und Übergabe des Prüfungszeugnis „Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung – Sie dürfen dann morgen ihre Sachen im Büro abgeben.“ Kein tolles Gefühl. Überhaupt kein tolles Gefühl. 

Zum Glück hatte ich mich bereits seit vergangenem Oktober darum gekümmert, was ich im Ernstfall – welcher nun eingetreten war – tun wollte. Agentur für Arbeit war demnach schon verständigt, Bewerbungen an Universitäten waren geschrieben. Ich hatte selbstverständlich schon davon gehört, wie penetrant die Agentur für Arbeit ist, aber dass sie SO penetrant würde, damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. 

Und es kommt noch schlimmer: nicht nur, dass man sich auf alles mögliche (meist dem Skill Profil völlig unpassend) bewerben muss, nein, sie bekommen es nicht einmal hin richtige Vermittlungsvorschläge herauszusuchen. Ergebnis sind dan Vorschläge wie für Fachinformatiker Systemintegration. SYSTEMINTEGRATION. Der Name sagt schon, dass es sich hier nicht um ANWENDUNGSENTWICKLUNG handelt, was ich gelernt habe. Ende vom Lied ist die Nachricht meiner Sachbearbeiterin „Bewerben sie sich trotzdem, Sie müssen dem Arbeitsmarkt schließlich uneingeschränkt zur Verfugung stehen!“ Perfekt, wenn man den Arbeitgebern sinnlose Bewerbungen schickt, welche denen dann die Postkörbe voll müllen. 

Ich hatte wirklich vor, einen Job zu finden, weiter Geld zu verdienen. Aber die Personalmanagements dieser Welt scheinen alle keinen Anstand mehr zu besitzen. Auf Anrufe folgen Sätze wie „wir melden uns“ oder „wir finden bestimmt was für Sie!“ Natürlich hört man von beiden nichts mehr. Wenn man denn überhaupt zu Beginn eine Antwort der Unternehmen bekommt. Denn meist bekommt man nicht einmal die Bestätigung, ob eine Bewegung nun angekommen ist oder nicht. Und das sollte in der Zeit der automatisierten Antwort Mails nun wirklich kein Problem sein, oder?

Ein Hoch dann doch auf die Universität Köln! Im Prinzip war sie meine Rettung, denn dort bekam ich wenigstens eine Rückmeldung.  Und dann auch noch eine positive, womit ich nun wirklich nicht gerechnet hatte. Und ZACK! hatte ich plötzlich nicht nur eine Zulassung, sondern direkt zwei: Geophysik/Meteorologie und Physik dürfte ich studieren. Endlich! Nach all den Jahren mache ich nun doch das, was ich seit 10 Jahren schon machen wollte. 

Gesagt getan. Das Zulassungsangebot für Physik habe ich angenommen, morgen dann nur noch einen Termin im Sekretariat machen für die Einschreibung. 

ICH BIN SO AUFGEREGT. Ab April heißt es dann also für mich: hallo Studentenleben! Es wird katastrophal, garantiert. 

Und ich werde es lieben. 

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